Der Deutsche Stiftungstag wird jedes Jahr vom Verband Deutscher Stiftungen als Informations- und Vernetzungsangebot für seine Mitglieder organisiert. Die diesjährige Ausgabe fand unter dem Motto Update! - Stiftungen und Digitalisierung vom 16. - 18. Mai in Nürnberg statt.

Drei von fünf Kategorien der diesjährigen Veranstaltung waren

  • #DST18_OffeneDaten
  • #DST18_Transparenz
  • #DST18_Partizipation

Also genau passend für uns! Aus eigener Erfahrung wissen wir, wie schwierig und mühsam das Vermitteln dieser Themen ist und wie lange die Umsetzung von Forderungen braucht. Passend also unser Motto: Wir - und viele andere Stiftungen - bohren dicke Bretter.

Hier wird gebohrt

Unser Team war bei folgenden Session involviert und präsentierte einige unserer Projekte:

Demokratie reloaded: Wie Stiftungen das neue Verhältnis von Staat und Zivilgesellschaft im digitalen Zeitalter mitgestalten können

CodeforHamburg Duo Solveig und Timo

Die Digitalisierung hat das Zeug, unsere in die Krise geratene Demokratie neu zu beleben. Sie kann helfen, politisches Handeln transparenter zu machen – Stichwort Open Data – und die Beteiligungsmöglichkeiten zivilgesellschaftlicher Akteure zu vergrößern.

Solveig Schröder und Timo Lindelius, die OrganisatorInnen vom OKLAB „Code for Hamburg“, und Julia André von der KörberStiftung diskutierten angeregt.

#DST18_Transparenz

Gemäß eines der Themen des Deutschen Stiftungstages #DST18_Transparenz luden wir die TeilnehmerInnen des Stiftungstages zum „Transparenzbohren“ ein. Dies wurde sehr gut angenommen: 28 Personen versuchten sich beim Bohren mit einem 250 Jahren alten Bohrer. Auch wenn die Ausbeute mit 51% der Stammlänge (der Bohrer im Bild zeigt die Bohrtiefe an) noch Luft nach oben hat, hoffen wir, dass bis zum nächsten Stiftungstag 2019 einige weitere Transparenzvorhaben umgesetzt werden. Die Forderung nach Transparenz kann, gerade am Anfang, verunsichern oder schmerzen.

Teambuilding & gemeinsames Transparenzbohren

Dies betrifft auch die Zahlen und Zahlungen der Stiftungen selber und das Spannungsfeld unternehmensnaher Stiftungen zwischen Gemeinwohl und Partikularinteressen. Wir verweisen hier auf die Studie von WZB und die Diskussion über die Studie selber. Ein öffentliches Stiftungsregister und die Standards der Initiative Transparente Zivilgesellschaft sind „absolute Mindestanforderungen“.

Zu dieser Thematik, passend zum künstlerischen Ambiente des Stiftungstages, war auch FragdenStaat mit der limitierten 2016 Volkswagen-Edition vertreten.

Seite 6 Das Bild zeigt die Seite 6 des „ausführlichen“ Ministeriumsschreibens auf eine Anfrage bzgl. des VW-Abgasskandals. Für den wohlfeilen Kunstkenner verweisen wir auf dieses schmucke Angebot.

Und passend zum Thema hatten wir auch einen Luftdatensensor von Luftdaten.info mit dabei, um zu messen, ob es dicke Luft vor Ort gab. Gemessen wurden in Echtzeit live vom #DST18 die Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Feinstaubwerte.

Wir messen Feinstaub und heisse Luft Feinstaubsensor

Wie können wir digitale Mittel nutzen, um bürgerschaftliches Engagement anzukurbeln? Wie bekommen Bildungsangebote durch Open Educational Ressources (OER) mehr Reichweite? Auch unsere Bildungsprojekte waren beim Deutschen Stiftungstag und haben in zwei Workshops unser Wissen geteilt.

Digitales Ehrenamt fördern mit offenem Wissen

Die Open Knowledge Foundation Deutschland (OKF DE) initiiert verschiedenste Projekte in den Bereichen offenes Regierungshandeln, offene Bildung und Civic Tech. So unterschiedlich unsere Projekte auch sind, haben sie alle einen gemeinsamen Kern: Sie ermutigen Menschen dazu, gesellschaftliche Herausforderungen mit digitalen Mitteln aktiv anzugehen. Die Projekte funktionieren und wachsen, weil sie auf eine große Community von Ehrenamtlichen setzen, die sich dauerhaft aktiv für eine offenere, transparentere und gerechtere Gesellschaft einsetzen.

„Digitalisierung“ ist dabei kein Selbstzweck, sondern gibt uns einfach veränderte oder im besten Fall auch zusätzliche Mittel und Werkzeuge in die Hand, um diese Aufgaben zu lösen. Wie wir das - mithilfe von Online-Zusammenarbeit, Offenem Wissen, Open Data, Transparenz, Freien Lizenzen, Crowdsourcing, Open Source Software und vielen anderen Bausteinen - angehen, haben wir am Beispiel von Jugend hackt und anderen OKF DE-Projekten gezeigt.

Digitale Bildung offen gestalten

Damit Partizipation gelingt, braucht es nicht nur Engagement, sondern auch Wissen. In einem zweiten Workshop haben wir mit Stiftungsvertretern Wege betrachtet, wie man Bildungsangebote offen gestalten kann. Neben aufwändig produzierten Materialien lassen sich offene Bildungsmaterialien (OER) auch als Infografiken, Expertenchats, Videointerviews oder als Podcasts konzipieren. Neben offenen Lizenzen Lizenzen bedarf es dazu vor allem einer Haltung, vorhandenes Wissen zu einem Thema möglichst zu verbreiten, um die Community zu befähigen, selbständig aktiv zu werden.

Ansonsten wurden der Prototype Fund und unsere gemeinsame Initiative mit Algorithmwatch OpenSchufa viel erwähnt und angesprochen.

Für alle noch eine Empfehlung zum Nachschauen: die bewegende Rede von der Preisverleihung an Ise Bosch zu Diversität:

Start der Rede

Es war uns ein Fest! Bis zum nächsten Jahr! Das Thema lautet Thema „Stiftungen und Demokratieförderung“, da passen wir ja wieder wieder gut dazu. Wir sehen uns in Mannheim!